Prof. Dr. Jochem Douma verstorben

Der erste und langjährige Vorsitzende des Stiftungsrates der Akademie für Reformatorische Theologie starb am 7. November 2020 im Alter von 88 Jahren.

Ein persönliches Wort des Dankes für Prof. Dr. Jochem Doumas jahrelange Unterstützung der Arbeit der ART

Zum ersten Mal begegnete ich ihm im Jahr 1976. Es war auf einer Tagung evangelikaler Theologiestudenten. Was mich von Anfang an beeindruckte, war sein Bemühen, Theologie auf der Grundlage der Heiligen Schrift als dem untrüglichen Wort Gottes zu behandeln. Das hieß für ihn, auch bei systematisch-theologischen Themenstellungen sich nicht zu scheuen, zunächst immer die Frage zu stellen, ob und was die Heilige Schrift zu der jeweiligen Thematik zu sagen hat.

Einige Jahre später konnte ich unter seiner Leitung meine Dissertation schreiben, sodass ich ihn als meinen Doktorvater bezeichnen darf. Während dieser Zeit habe ich sehr viel von ihm gelernt, nicht nur akademisch, sondern auch persönlich. Für meinen weiteren Dienst verdanke ich ihm Wesentliches.

Jochem Douma wurde am 23. November 1931 in Stadskanaal (Niederlande) geboren. Er studierte Theologie in Kampen sowie in Amsterdam, war ab 1961 in zwei Gemeinden als Pastor tätig. Im Jahr 1968 wurde er als Professor für Christliche Ethik an die Theologische Hochschule (später: Universität) in Kampen (Broederweg) berufen. Von 1993 bis 1998 bekleidete Prof. Dr. J. Douma außerdem einen Lehrstuhl für Medizinische Ethik an der Vrije Universiteit (Freien Universität) Amsterdam.

Während seiner über drei Jahrzehnte währenden Lehrtätigkeit veröffentlichte er zahlreiche Publikationen zu ethischen Themen. Nicht zuletzt in seiner Eigenschaft als jahrelanger Vorsitzender der „Vereniging ter Bescherming van het Ongeboren Leven“ (Vereinigung zum Schutz des ungeborenen Lebens), also der niederländischen Pro-Life- und Antiabtreibungsorganisation erlangte er in seinem Heimatland große Bekanntheit.

Gegen Ende der neunziger Jahre schwappte die sogenannte Gemeindewachstumsbewegung aus Amerika nach Deutschland herüber. Durch sie wurden nicht nur viele christliche Gemeinden infiziert, sondern auch bis dahin gute theologische Ausbildungsstätten verdorben.

Es war Prof. Douma – zu dieser Zeit war er bereits einige Jahre emeritiert –  mit dem wir uns von Anfang an über die Gründung einer bibeltreuen, an den Einsichten der Reformation orientierten Ausbildungsstätte austauschten. Als 1999 die Akademie für Reformatorische Theologie entstand und wir ihn baten, in den Stiftungsrat einzutreten, sagte er sofort zu, und er wurde einstimmig zum Vorsitzenden gewählt. In dieser Funktion, die er viele Jahre ausübte, stellte er sich dem Aufbau der ART engagiert und mit weisem Rat zur Verfügung und manövrierte diese junge Arbeit durch zum Teil stürmische Zeiten.

Wir danken Gott dem Herrn für das, was er durch seinen Diener uns gewesen ist.

Dr. Jürgen-Burkhard Klautke


mehr